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Bei der Dimensionierung von Radsatzprofil und Weichen (im wesentlichen Herzstück und Radlenker) gibt es in Spur 1 neben der NEM inzwischen auch „finescale“ als zierlichere Alternative, um dem Aussehen des Vorbildes noch ein wenig näher kommen zu können. Kritischer Unterschied zwischen beiden Systemen ist aber das Radsatz-Innenmaß von 40,0 mm bei NEM gegenüber 41,5mm bei Finescale. Im einzelnen sei auf die NEM 310 bis 311.1 (online auf Miba.de). Zu „finescale“ haben wir bisher leider noch keine Norm oder Skizze gefunden. Überliefert ist noch eine Spurkranzhöhe von 1,3 mm sowie eine Breite von 4,0 mm bei der Lauffläche. Im Gegensatz zu H0, wo NEM – und RP 25 Radsätze auf bestimmten Gleissystemen (z.B. Shinohara, Peco und Rocoline, vgl. NEM 311.1) gemeinsam betrieben werden können, ist dies in Spur 1 nicht möglich. NEM Radsätze klettern bei Finescale Weichen im Herzstückbereich auf und Finescale Räder laufen im spitz befahrenen Abzweig an der Herzstückspitze auf. Beides führt bei höheren Geschwindigkeiten und/oder großen Zuglasten zu Entgleisungen. Gerade wegen dieser fehlenden Kompatibilität wird das Thema „Spurkränze“ in Modellbahnerkreisen stets kontrovers diskutiert. Um es vorwegzunehmen, hier kann es kein absolutes „richtig“ oder „falsch“ geben. Jeder Modellbahner muss für sich selbst festlegen, welche Kompromisse er beim Hobby eingehen will, welche Bedeutung die Kompatibilität für ihn hat und welchen Aufwand er bei Lösungen mit höherer Vorbildtreue betreiben will. Beim Modultreffen 2007 in Heilbronn war übrigens erstmals ein eigenes Arrangement der Finscale Freunde vertreten. Ein sehr wichtiges Argument der „Finescaler“ ist, dass bei (fast) allen käuflich angebotenen Modellen der Spurkranz aus vermeintlichen Sicherheitsgründen unnötig hoch ist und damit das Rad „optisch erschlagen“ wird. Speziell bei Dampfloks macht sich das besonders negativ bemerkbar und verfremdet bei mancher Lok jegliche Dimensionen des Fahrwerks. Vielfach unbeachtet ist jedoch, dass die NEM 311 ausdrücklich zulässt, dass die Höhe des Spurkranzes um 50 % reduziert werden darf, ohne dass die Betriebssicherheit darunter leidet. Voraussetzung dabei ist natürlich eine sauber Gleisverlegung und Fahrzeuge mit einigermaßen gefederten Radsätzen bzw. durchgängiger Dreipunktlagerung. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die meisten Hersteller ihre Räder auch ruhig noch in der Breite (Lauffläche) wesentlich schmäler gestalten könnten, ohne mit der NEM zu kollidieren. Obergrenze bei der Spurkranzhöhe ist nach NEM 2,4 mm. Wir haben mit mehreren Fahrzeugen Versuche mit 1,2mm, 1,4mm und 1,6mm unternommen. Da wir damit - trotz manch abenteuerlicher Gleislage - durchweg sehr gute Erfahrungen gemacht haben, wollen wir jetzt für NEM „pur“, also „herunter vom hohen Spurkranz“ eine Lanze brechen und zeigen nachfolgend Bilder von unseren Umbauten. 
1. Die BR 50 von Kiss mit einer Spurkranzhöhe von 2,2 mm ab Werk  2. Dazu im Vergleich die BR 44 mit 1,4 mm hohen NEM-Spurkränzen
 3. Die Unterschiede zwischen NEM Radsätzen mit 1,4 und 2,2 mm Spurkranzhöhe (Vorläufer BR 50)
 4. Werden die Radreifen rot eingefärbt, wirkt der Radsatz noch zierlicher
 5. Der Edelstahl der Radreifen lässt sich nur mit speziellen Hartmetall Drehstählen bearbeiten. Das Plättchen wurde mir in einer Dreherei geschenkt und wurde in den Halter mit Stabilit eingeklebt.
 6. Das Abrehen ist auf der kleinen Unimat eine Quälerei. Man kann nur jeweils ein halbes Zehntel zustellen und muss mit Schneidöl schmieren. Die Spannbacken wurden mit einer Aufnahmekerbe versehen um Beschädigungen der konischen Lauffläche zu vermeiden. Erfreulicherweise haben die Achsen bereits eine Körnung, so dass man den Radsatz ohne Abziehen der Räder spannen kann. Das Ausrunden des Spurkranzes geschieht mit einer Feile, die man danach getrost ausmustern kann.
 7. Triebwerk der BR 44, bei der übrigens die Schwinge vorbildgerecht geschlitzt wurde, um die Steuerung per Stellmotor ganz auslegen zu können.
 8. Nochmal eine Ansicht der BR 44 mit „NEM –pur“ Umbau
 9. Das Fahrwerk der Märklin DHG 500 erhielt neben gefederter Mittelachse und Pendelachse aussen auch 1,2mm Spurkränze. Ausserdem wurde der Haftreifenradsatz ausgebaut. Trotz der uralten vergammelten Zindruckguss Radsätze zeigt die Lok ganz passable Fahreigenschaften. Bei Gelegenheit sollen aber doch noch neue Radreifen folgen.
02.2008.ab
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